Therapiemöglichkeiten

Unsere Angebote

Onkologie und Tumortherapie

Wir bieten sowohl medikamentöse als auch operative Tumortherapie aller urologischer Tumoren an. Um Ihnen die bestmögliche Therapie zu ermöglichen, arbeiten wir evidenzbasiert häufig mit einer Kombination aus beidem.
> Prostatakarzinom
> Blasen-, Nieren-, Hoden-, Peniskrebs

Rekonstruktive Urologie

Die rekonstruktive Urologie umfasst unter anderem Operationen zur Erhaltung der Kontinenz mittels künstlichem Schließmuskel, Beseitigung von Harnröhrenstrikturen oder Implantation einer Penisprothese

Erektile Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion ist eine häufige sexuelle Funktionsstörung, etwa jeder fünfte Mann über 50 Jahren ist davon betroffen, wobei die Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Therapiemöglichkeiten umfassen unter anderem Hormontherapie, extrakorporale Stoßwellentherapie oder PDE-5-Hemmer.

Prostatahyperplasie

Die benigne Prostatahyperplasie ist eine häufige, gutartige Vergrößerung der Prostata, die den Harnfluss beeinträchtigen kann. Behandelt wird sie je nach Schweregrad medikamentös oder mit minimal-invasiven operativen Verfahren.

Ambulante & stationäre Operationen

In unserem ambulanten OP-Zentrum bieten wir Ihnen Vasektomien, Refertilisationen, Zirkumzisionen sowie Botoxinjektionen in die Blase an. Für größere Eingriffe kooperieren wir mit dem Paulinenkrankenhaus in Wiesbaden, der Uniklinik Frankfurt sowie dem Klinikum Worms.

Prävention & Lifeytsle

Viele urologische Beschwerden lassen sich durch entsprechende gezielte Lifestyle Änderungen vorbeugen oder zumindest minimieren. Hier erfahren Sie was Sie bezüglich Inkontinenz, Krebsrisiko oder Kinderwunsch selbst in der Hand haben.

Prostatakrebs

Aktuelle Zahlen

%

Der Krebs der Prostata ist mit einem Anteil von 25% an allen Krebsarten, der häufigste Krebs des Mannes

Die Zahl der Neuerkrankungen übertrifft 60 000 pro Jahr in Deutschland

Das durchschnittliche Erkankungsalter für Prostatakrebs beträgt 72 Jahre

Therapiemöglichkeiten

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes, und seine Behandlung richtet sich vor allem nach dem Stadium, dem Tumorwachstum und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Zu den häufigsten Therapiemöglichkeiten zählen die aktive Überwachung (bei niedrigem Risiko), Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Tumortherapie.

Radikale Prostatektomie

Bei einem nicht metastasierten Prostatakarzinom, insbesondere bei lokal begrenzten oder lokal fortgeschrittenen Tumoren, ist die radikale Prostatektomie (vollständige Entfernung der Prostata) eine häufig eingesetzte kurative Behandlungsmethode. Sie kann offen chirurgisch oder minimalinvasiv (z. B. robotergestützt) erfolgen. Bei ausgewählten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Tumor (z. B. pT3-Stadium) kann die Operation auch mit einer adjuvanten Strahlentherapie kombiniert werden.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine etablierte, kurative Behandlungsoption für das nicht metastasierte Prostatakarzinom, insbesondere bei Patienten, die keine Operation wünschen oder für die ein chirurgischer Eingriff zu risikoreich wäre. Es gibt zwei Hauptformen: die perkutane externe Bestrahlung (z. B. IMRT oder IGRT) und die Brachytherapie, bei der radioaktive Strahler direkt in die Prostata eingebracht werden. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren wird die Strahlentherapie oft mit einer kurz- oder langfristigen Androgendeprivationstherapie kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Auch im palliativen Setting bei metastasiertem Prostatakarzinom kann die Strahlentherapie zur Schmerzlinderung und Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt werden.

Aktive Überwachung

Bei Patienten mit einem niedrigrisiko Prostatakarzinom, das auf die Prostata begrenzt ist und keine aggressiven Merkmale aufweist, kann eine aktive Überwachung in Erwägung gezogen werden. Ziel ist es, eine unnötige Überbehandlung zu vermeiden, da viele dieser Tumoren langsam wachsen und langfristig nicht lebensbedrohlich sind. Dabei wird der Krankheitsverlauf engmaschig beobachtet – durch regelmäßige PSA-Kontrollen, körperliche Untersuchungen, Bildgebung und ggf. Wiederholungsbiopsien. Erst bei Anzeichen eines Fortschreitens der Erkrankung erfolgt ein Wechsel zu einer kurativen Therapie wie Operation oder Strahlentherapie. Dieses Konzept eignet sich besonders für ältere Patienten oder solche mit relevanten Begleiterkrankungen.

Medikamentöse Tumortherapie

Beim metastasierten Prostatakarzinom steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Die Grundlage bildet hier die Androgendeprivationstherapie (ADT), meist durch GnRH-Analoga oder -Antagonisten, um die Testosteronwirkung zu blockieren. In Kombination mit der ADT kommen zunehmend neue antihormonelle Wirkstoffe (z. B. Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid) sowie Chemotherapie (z. B. Docetaxel) zum Einsatz – abhängig davon, ob es sich um ein hormonsensitives oder kastrationsresistentes metastasiertes Prostatakarzinom handelt.

Zusammengefasst richtet sich die Therapie des Prostatakarzinoms stark nach dem Tumorstadium: Bei nicht metastasierten Tumoren stehen operative Verfahren im Vordergrund, während bei metastasierten Formen vor allem eine systemische medikamentöse Behandlung erfolgt.

Nieren-krebs

Verursacht lange keine Beschwerden und wird daher oft zufällig entdeckt

Blasen-krebs

Der Krebs der Blase ist die zweithäufigste urologische Tumorerkrankung

Hoden-krebs

Hodenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei jungen Männern

Penis-

krebs

ist eine seltene, vor allem bei älteren Männern auftretende Tumorerkrankung

Fokus

Nierenkrebs

Nierenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in der Regel vom Nierengewebe ausgeht und am häufigsten als Nierenzellkarzinom auftritt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 15.000 Menschen neu daran, wobei Männer etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Die Erkrankung tritt meist im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auf. In frühen Stadien verursacht Nierenkrebs oft keine Symptome und wird daher häufig zufällig bei bildgebenden Untersuchungen entdeckt. Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck sowie bestimmte genetische Veranlagungen.

Arten

Nierenkrebs umfasst verschiedene Tumorarten, wobei das klarzellige Nierenzellkarzinom mit etwa 70–80 % die häufigste Form darstellt. Weitere Typen sind das papilläre und das chromophobe Nierenzellkarzinom, die sich in ihrem biologischen Verhalten und ihrer Prognose unterscheiden. Seltener treten Sammelrohrkarzinome, medulläre Karzinome oder multilokulär-zystische Tumoren auf. Die Unterscheidung der Tumorart erfolgt histologisch nach der operativen Entfernung oder Biopsie und ist entscheidend für die Therapieplanung und Prognoseeinschätzung.

therapie

Die Therapie des Nierenkrebses richtet sich nach dem Tumorstadium, der Histologie und dem Allgemeinzustand des Patienten. Ziel ist in frühen Stadien eine vollständige Heilung, während in fortgeschrittenen Fällen die Krankheitskontrolle und Lebensverlängerung im Vordergrund stehen.

Bei lokal begrenztem Nierenkrebs ist die chirurgische Entfernung der betroffenen Niere (Nephrektomie) oder eine teilweise Entfernung des Tumors (Nierenteilresektion) die Therapie der Wahl. Bei kleinen Tumoren kann die nierenerhaltende Operation bevorzugt werden. In ausgewählten Fällen kommen auch ablative Verfahren wie Radiofrequenzablation oder Kryotherapie zum Einsatz.

In fortgeschrittenen oder metastasierten Stadien stehen heute vor allem zielgerichtete Therapien und Immuncheckpoint-Inhibitoren im Vordergrund. Diese greifen gezielt in das Tumorwachstum oder die Immunregulation ein. Klassische Chemotherapie und Bestrahlung spielen beim Nierenzellkarzinom hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Therapieentscheidung erfolgt individuell und interdisziplinär, häufig im Rahmen eines Tumorboards.

Prognose

Die Prognose beim Nierenkrebs hängt stark vom Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Bei lokal begrenzten Tumoren liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 90 %, während sie bei bereits metastasierten Erkrankungen deutlich sinkt. Dank moderner Therapien wie zielgerichteten Medikamenten und Immuntherapien konnten jedoch auch in fortgeschrittenen Stadien die Überlebenschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert werden.

Fokus

Blasenkrebs

Blasenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die überwiegend in der Schleimhaut (Urothel) der Harnblase entsteht und vor allem ältere Männer betrifft. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, chronische Blasenentzündungen sowie der berufliche Kontakt mit bestimmten Chemikalien (z. B. aromatische Amine). Die häufigste Form ist das Urothelkarzinom, das je nach Eindringtiefe in die Blasenwand in nicht-muskelinvasiv und muskelinvasiv unterteilt wird. Häufigstes Symptom ist eine schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie). Die Prognose und Behandlung hängen entscheidend vom Tumorstadium und -grad ab, wobei Frühformen oft gut behandelbar sind, während fortgeschrittene Stadien eine intensivere Therapie erfordern.

therapie

Die Behandlung von Blasenkrebs richtet sich nach dem Tumorstadium, insbesondere danach, ob der Tumor nicht-muskelinvasiv oder muskelinvasiv ist.

  • Bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs (Stadium Ta, T1, CIS) erfolgt in der Regel zunächst eine transurethrale Resektion des Tumors (TUR-B), also die Entfernung über die Harnröhre. Anschließend kann eine intravesikale Therapie mit Chemotherapeutika oder dem Immuntherapeutikum BCG (Bacillus Calmette-Guérin) zur Reduktion des Rückfallrisikos erfolgen.

  • Beim muskelinvasiven Blasenkrebs (ab Stadium T2) ist in den meisten Fällen eine radikale Zystektomie (Entfernung der Harnblase) notwendig, gefolgt von einer Harnableitung (z. B. Neoblase oder Urostoma). Zusätzlich kann eine neoadjuvante Chemotherapie vor der Operation empfohlen werden.

  • Bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung kommen systemische Therapien wie Chemotherapie (meist Cisplatin-basiert), Immuncheckpoint-Inhibitoren (z. B. Atezolizumab, Nivolumab) oder neuere zielgerichtete Therapien zum Einsatz.

Nachsorge

Die Nachsorge nach einer Blasenkrebs-Therapie ist entscheidend, da insbesondere nicht-muskelinvasive Tumoren ein hohes Risiko für Rezidive und Progression aufweisen. Sie erfolgt nach standardisierten Intervallen und beinhaltet in der Regel regelmäßige Zystoskopien (Blasenspiegelungen), Urinzytologien sowie bei Bedarf Bildgebungen (z. B. Sonografie, CT).

Bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs beginnt die Nachsorge meist drei Monate nach der Ersttherapie und wird je nach Risikoprofil in drei- bis zwölfmonatigen Abständen fortgeführt.

Nach einer Zystektomie mit Harnableitung richtet sich die Nachsorge nach der Art der Harnableitung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Hierbei sind neben onkologischen Kontrollen auch funktionelle Aspekte wie Nierenfunktion, Elektrolythaushalt und Harnwegsinfekte regelmäßig zu überwachen.

Die Nachsorge erfolgt idealerweise interdisziplinär in enger Zusammenarbeit zwischen Urologie, Onkologie und Hausarzt.

Prognose

Die Prognose von Blasenkrebs hängt stark vom Tumorstadium und -grad zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Nicht-muskelinvasive Tumoren haben eine gute Prognose, jedoch ein hohes Risiko für Rezidive und müssen deshalb regelmäßig nachkontrolliert werden. Muskelinvasive und metastasierte Tumoren sind prognostisch ungünstiger, allerdings haben sich die Überlebenschancen durch moderne Therapien, insbesondere Immuntherapien, in den letzten Jahren verbessert. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nicht-muskelinvasiven Tumoren bei über 80 %, bei muskelinvasivem Blasenkrebs deutlich darunter.

Hodenkrebs

Aktuelle Zahlen

%

Hodenkrebs macht etwa 1,6% aller Krebserkrankungen bei Männern aus

Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland

Das durchschnittliche Erkankungsalter für Hodenkrebs beträgt 37 Jahre

Fokus

Hodenkrebs

Hodenkrebs ist eine vergleichsweise seltene, aber die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei jungen Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. In den meisten Fällen wird der Tumor durch eine schmerzlose Verhärtung oder Schwellung im Hoden bemerkt. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, jedoch gelten ein Hodenhochstand (Maldescensus testis), genetische Faktoren und bestimmte Vorerkrankungen als Risikofaktoren. Dank moderner Diagnostik und Therapie sind die Heilungschancen sehr gut – auch bei fortgeschrittenen Stadien.

arten

Hodentumoren werden histologisch in zwei Hauptgruppen unterteilt: Seminome und Nicht-Seminome. Seminome entstehen aus Keimzellen, wachsen in der Regel langsam und sind empfindlich gegenüber Strahlen- und Chemotherapie; sie treten häufiger bei Männern über 30 Jahren auf. Nicht-Seminome hingegen umfassen verschiedene Tumorarten wie embryonale Karzinome, Dottersacktumoren, Chorionkarzinome und Teratome, die oft aggressiver verlaufen, schneller metastasieren und bereits bei jüngeren Männern, meist zwischen 20 und 30 Jahren, auftreten. Auch Mischformen aus seminomatösen und nicht-seminomatösen Anteilen sind möglich und erfordern eine individuell angepasste Therapie, abhängig vom dominanten Gewebeanteil.

therapie

Die erste Maßnahme bei Verdacht auf Hodenkrebs ist die operative Entfernung des betroffenen Hodens (inguinale Orchiektomie), die sowohl diagnostisch als auch therapeutisch notwendig ist.

  • Bei Seminomen im Frühstadium reicht die Operation häufig aus; alternativ kann eine Bestrahlung oder eine milde Chemotherapie zur Rezidivprophylaxe erfolgen.

  • Nicht-Seminome werden je nach Risikoprofil zusätzlich mit einer adjuvanten Chemotherapie (meist Cisplatin-basiert) behandelt, insbesondere bei Lymphknotenbefall oder Metastasen.

  • In fortgeschrittenen Stadien ist die systemische Chemotherapie Standard, ggf. gefolgt von einer retroperitonealen Lymphknotenresektion bei verbliebenen Tumorresten.

Nachsorge und Prognose

Die Nachsorge erfolgt engmaschig über mehrere Jahre, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Sie umfasst regelmäßige körperliche Untersuchungen, Tumormarker-Kontrollen (AFP, β-HCG, LDH), Bildgebung (Ultraschall, CT) und je nach Situation auch Nachsorge-Schemata in verschiedenen Intervallen. Die Prognose ist insgesamt ausgezeichnet: Die Heilungsrate liegt bei über 95 %, selbst bei metastasierter Erkrankung. Eine frühe Diagnose und konsequente Nachsorge sind entscheidend für den langfristigen Therapieerfolg.

Fokus

Peniskrebs

Peniskrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende bösartige Erkrankung, die fast ausschließlich bei Männern im höheren Lebensalter auftritt – typischerweise ab dem 60. Lebensjahr. Risikofaktoren umfassen unter anderem eine schlechte Genitalhygiene, chronische Entzündungen, Phimose (Vorhautverengung) und eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), insbesondere den Hochrisiko-Typen. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend, weshalb eine frühzeitige Diagnose für eine erfolgreiche Therapie entscheidend ist.

arten

Die häufigste Form des Peniskarzinoms ist das Plattenepithelkarzinom, das in über 90 % der Fälle auftritt und von der Schleimhaut der Eichel oder Vorhaut ausgeht. Seltener kommen Adenokarzinome, Melanome, Basalzellkarzinome oder Sarkome vor. Je nach Differenzierungsgrad und Ausbreitung (lokal begrenzt oder mit Lymphknoten- oder Fernmetastasen) unterscheiden sich Verlauf und Therapie erheblich.

therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Tumorstadium, der Lokalisation und dem allgemeinen Zustand des Patienten.

  • In Frühstadien kann der Tumor häufig durch organerhaltende Verfahren wie lokale Exzision, Lasertherapie oder lokale Chemotherapie (z. B. mit 5-FU oder Imiquimod) behandelt werden.

  • Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren ist oft eine teilweise oder vollständige Amputation des Penis notwendig, um die Tumorkontrolle sicherzustellen.
  • Zusätzlich kann bei Befall der Leistenlymphknoten eine Lymphknotenausräumung (Lymphadenektomie) erforderlich sein.

  • In fortgeschrittenen oder metastasierten Fällen kommen auch Strahlentherapie und systemische Chemotherapie zum Einsatz, insbesondere bei nicht operablen Tumoren oder Rückfällen.

Nachsorge und Prognose

Nach abgeschlossener Therapie ist eine engmaschige Nachsorge essenziell, um ein lokales Rezidiv oder Metastasen frühzeitig zu erkennen. Diese umfasst regelmäßige körperliche Untersuchungen, Bildgebung sowie ggf. Lymphknoten-Sonografien. Die Prognose hängt stark vom Tumorstadium bei Diagnosestellung ab: Bei frühzeitiger Entdeckung ist die Heilung in vielen Fällen möglich, wohingegen fortgeschrittene Tumoren eine schlechtere Prognose aufweisen. Insgesamt liegt die 5-Jahres-Überlebensrate in frühen Stadien bei etwa 85–90 %, sinkt jedoch deutlich bei Lymphknoten- oder Fernmetastasen.

eigene publikationen

Peniskarzinom

2022 Lebentrau, Kluth et al.

Kenntnisse von deutschsprachigen Urologen zur Häufigkeit der Assoziation des Peniskarzinoms mit dem Humanen Papillomavirus – Survey-Ergebnisse der European PROspective Penile Cancer Study (E-PROPS), Aktuelle Urologie

2021 Lebentrau, Kluth et al.

Does the Identification of a Minimum Number of Cases Correlate With Better Adherence to International Guidelines Regarding the Treatment of Penile Cancer? Survey Results of the European PROspective Penile Cancer Study (E-PROPS), Frontiers in Oncology

2014 Rieken, Kluth et al.

Predictors of cancer-specific mortality after disease recurrence in patients with squamous cell carcinoma of the penis, European Urology

publikationen

Peniskarzinom

2022 Wenzel et. al, Kluth

Temporal trends, tumor characteristics and stage-specific survival in penile non-squamous cell carcinoma vs. squamous cell carcinoma, Cancer Causes Control

2022 Lebentrau et. al, Kluth

Kenntnisse von deutschsprachigen Urologen zur Häufigkeit der Assoziation des Peniskarzinoms mit dem Humanen Papillomavirus – Survey-Ergebnisse der European PROspective Penile Cancer Study (E-PROPS), Aktuelle Urologie

2021 Lebentrau et. al, Kluth

Does the Identification of a Minimum Number of Cases Correlate With Better Adherence to International Guidelines Regarding the Treatment of Penile Cancer? Survey Results of the European PROspective Penile Cancer Study (E-PROPS), Frontiers in Oncology

2014 Rieken et. al, Kluth

Predictors of cancer-specific mortality after disease recurrence in patients with squamous cell carcinoma of the penis, European Urology

Fokus

Rekonstruktive Urologie

Die rekonstruktive Urologie ist ein spezialisierter Bereich der Urologie, der sich mit der Wiederherstellung, Verbesserung oder dem funktionellen Ersatz von Harntraktstrukturen befasst, die durch angeborene Fehlbildungen, Unfälle, Operationen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen geschädigt wurden. Ziel ist es, sowohl die anatomische Integrität als auch die Funktion des Harntrakts und der Geschlechtsorgane wiederherzustellen – mit einem besonderen Fokus auf Lebensqualität, Harnkontinenz und Sexualfunktion.

A) Harnröhrenrekonstruktion

Ein zentrales Thema der rekonstruktiven Urologie ist die Behandlung von Harnröhrenverengungen (Strikturen). Diese können durch Infektionen, Verletzungen oder iatrogene Ursachen (z. B. Katheterisierung oder Eingriffe) entstehen. Je nach Ausmaß und Lokalisation der Striktur kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz – von endoskopischer Schienung bis hin zu offenen plastischen Rekonstruktionen unter Verwendung von körpereigenem Gewebe wie Mundschleimhaut.

B) Blasenrekonstruktion und harnableitung

Nach radikaler Entfernung der Harnblase, z. B. bei Blasenkrebs, ist die rekonstruktive Harnableitung ein wichtiger Teil der Therapie. Hierbei können kontinente (z. B. Neoblase) oder inkontinente (z. B. Urostoma) Formen der Harnableitung geschaffen werden. Auch die Wiederherstellung der Blasenkapazität oder die Behandlung angeborener Fehlbildungen wie der Blasenekstrophie fallen in dieses Fachgebiet

C) Genitalrekonstruktion

Die rekonstruktive Urologie befasst sich zudem mit der chirurgischen Wiederherstellung des äußeren Genitales, z. B. nach Tumoroperationen, Unfällen oder bei komplexen Fehlbildungen. Dazu zählen auch funktionelle Eingriffe wie Penisrekonstruktionen, Hodenersatz, sowie Operationen zur Korrektur von Fehlbildungen wie Hypospadie.

D) Wiederhertsellung der Harnkontinenz

Ein weiteres Feld ist die Wiederherstellung der Harnkontinenz, insbesondere bei Männern nach Prostatektomie oder Frauen mit Beckenbodenschwäche. Hier kommen Methoden wie Schlingensysteme, künstliche Sphinkter oder Injektionstherapien zum Einsatz. Ziel ist die Wiedererlangung der Kontrolle über die Blasenfunktion und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

Therapie von Strikturen

Harnröhrenstrikturen stellen eine der häufigsten Indikationen in der rekonstruktiven Urologie dar. Typisch sind Beschwerden wie abgeschwächter Harnstrahl, Restharngefühl oder rezidivierende Harnwegsinfekte. Die Wahl der Therapie hängt von der Länge, Lokalisation und Ursache der Verengung ab. Kurzstreckige Strikturen können zunächst mit einer endoskopischen Schlitzung (URETROTOMIE) behandelt werden – allerdings mit hoher Rezidivrate. Bei längeren oder rezidivierenden Strikturen ist eine offene Harnröhrenrekonstruktion (Urethroplastik) die Methode der Wahl. Dabei wird die betroffene Harnröhre je nach Situation durch eine Anastomosenplastik (End-zu-End-Verbindung) oder mit einem Transplantat (häufig aus Mundschleimhaut) ersetzt. Diese Eingriffe bieten bei sorgfältiger Durchführung eine hohe Erfolgsrate und langfristige Symptomfreiheit.

Therapie von Harninkontinenz

Harninkontinenz ist ein weit verbreitetes urologisches Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann und mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität einhergeht. Bei Frauen ist häufig die Belastungsinkontinenz durch eine Schwäche des Beckenbodens, meist nach Geburten oder im Rahmen des Alterungsprozesses, die Hauptursache. Hier kommen Therapien wie Beckenbodentraining, elektrische Stimulation, Pessartherapie oder chirurgische Verfahren wie die TVT-/TOT-Schlinge (spannungsfreies Vaginalband) zum Einsatz.

Bei Männern tritt Harninkontinenz besonders häufig nach radikaler Prostatektomie auf, typischerweise als Belastungsinkontinenz. In leichten Fällen können konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder medikamentöse Unterstützung helfen. Bei anhaltender Inkontinenz stehen operative Verfahren zur Verfügung: suburethrale Schlingen (z. B. AdVance®-Schlinge) zur Hebung des Blasenschließmuskels oder bei schwerer Inkontinenz der künstliche Schließmuskel (AMS 800®), der als Goldstandard gilt. Die Therapieauswahl erfolgt individuell und orientiert sich an der Art und Schwere der Inkontinenz, den Begleiterkrankungen und den Erwartungen des Patienten bzw. der Patientin.

erektile dysfunktion

Aktuelle Zahlen

%

20-30% der Männer über 50 leiden unter erektiler Dysfunktion

4-6 Mio Männer in Deutschland sind von einer behandlungsbedürftigen erektilen Dysfunktion betroffen

Im Alter von über 70 Jahren leidet etwa jeder zweite unter ED

Fokus

Erektile Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion (ED) ist eine der häufigsten sexuellen Funktionsstörungen bei Männern und bezeichnet die anhaltende Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. In Deutschland sind schätzungsweise 4 bis 6 Millionen Männer betroffen – mit steigender Tendenz. Die Häufigkeit nimmt deutlich mit dem Alter zu: Während unter den 40- bis 49-Jährigen rund 10–15 % betroffen sind, liegt die Rate bei Männern über 70 Jahren bei etwa 50 %. Neben dem Alter spielen auch Lebensstil und Begleiterkrankungen eine große Rolle. ED ist nicht nur ein intimes, sondern auch ein medizinisch relevantes Thema, da sie häufig ein Hinweis auf zugrunde liegende Gefäßerkrankungen sein kann.

ursachen

Die Ursachen der ED sind vielfältig und lassen sich grob in organische, psychogene und medikamentös oder hormonell bedingte Formen einteilen. Häufig sind Gefäßerkrankungen (z. B. Arteriosklerose), Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Testosteronmangel und neurologische Erkrankungen beteiligt. Auch Rauchen, Adipositas, Alkoholkonsum sowie bestimmte Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Antidepressiva) können eine Rolle spielen. Psychische Faktoren wie Stress, Depressionen, Leistungsdruck oder Beziehungsprobleme können die Erektionsfähigkeit zusätzlich beeinflussen oder eigenständig beeinträchtigen. Auch nach einer radikalen Prostatektomie kann es durch Schädigung der nervalen Strukturen zu einer vorübergehenden oder dauerhaften erektilen Dysfunktion kommen, die je nach Ausmaß gezielt behandelt werden kann.

therapie

Die Therapie der erektilen Dysfunktion richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem individuellen Beschwerdebild. In vielen Fällen sind eine Kombination aus Lebensstiländerung, medikamentöser Behandlung und ggf. psychotherapeutischer Begleitung erfolgreich. Bei organisch bedingter ED stehen verschiedene medikamentöse und interventionelle Therapieoptionen zur Verfügung. Ziel der Behandlung ist nicht nur die Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit, sondern auch die Verbesserung der Lebensqualität und des Selbstwertgefühls.

    Therapiemöglichkeiten

    • Lebensstilveränderungen:
      Gewichtsreduktion, Rauchstopp, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können die Gefäßgesundheit verbessern und so die Erektionsfähigkeit positiv beeinflussen. Auch eine gute Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck ist entscheidend.

    • Medikamentöse Therapie (PDE-5-Hemmer):
      Präparate wie Sildenafil (Viagra®), Tadalafil (Cialis®) oder Vardenafil fördern die Durchblutung im Schwellkörper und gehören zur Standardtherapie. Sie sind wirksam und gut verträglich, aber nicht bei allen Patienten einsetzbar (z. B. bei bestimmten Herzmedikamenten kontraindiziert).

    • Hormontherapie:
      Bei nachgewiesenem Testosteronmangel kann eine Testosteron-Ersatztherapie sinnvoll sein. Diese verbessert häufig nicht nur die Erektionsfähigkeit, sondern auch Libido, Stimmung und Leistungsfähigkeit.

    • Lokale und mechanische Verfahren:
      Bei unzureichender Wirksamkeit der Tabletten kommen Vakuumpumpen, die einen Unterdruck erzeugen und so eine Erektion hervorrufen, zum Einsatz. Auch die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) mit gefäßerweiternden Substanzen ist eine bewährte Option.

    • Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT):
      Dieses neuere Verfahren stimuliert die Gefäßneubildung im Schwellkörpergewebe und kann vor allem bei leicht- bis mittelgradiger ED hilfreich sein. Die Methode ist nicht invasiv und gut verträglich.

    • Operative Therapie (Penisprothese):
      Wenn alle anderen Therapieoptionen versagen, kann eine operative Versorgung mit einer Penisprothese in Erwägung gezogen werden. Dabei werden hydraulische Implantate eingesetzt, die eine kontrollierte Erektion ermöglichen. Diese Therapie ist zuverlässig, aber mit einem operativen Eingriff verbunden und wird meist nur bei therapierefraktärer ED durchgeführt.

    Die Wahl der Therapie erfolgt immer individuell und in Absprache mit dem Patienten – unter Berücksichtigung seiner Wünsche, Begleiterkrankungen und Lebensumstände.

      Fokus

      Prostatahyperplasie

      therapie

      Benigne Prostatahyperplasie

      Die gutartige Vergrößerung der Prostata, medizinisch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, ist eine der häufigsten urologischen Erkrankungen bei Männern im fortgeschrittenen Lebensalter. Bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata bei vielen Männern zu wachsen – bei etwa jedem zweiten Mann über 50 finden sich entsprechende Veränderungen. Ab dem 70. Lebensjahr sind bis zu 80 % der Männer betroffen. Nicht immer führt die Vergrößerung zu Beschwerden, doch bei einem relevanten Teil kommt es im Verlauf zu einer behandlungsbedürftigen Symptomatik.

      Symptome

      Die gutartige Prostatavergrößerung kann zu einer Reihe unangenehmer Symptome führen, die unter dem Begriff „Lower Urinary Tract Symptoms“ (LUTS) zusammengefasst werden. Dazu zählen unter anderem ein abgeschwächter Harnstrahl, häufiger Harndrang – besonders nachts (Nykturie) –, verzögerter Beginn der Miktion, ein Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung oder auch plötzlicher, starker Harndrang. Diese Beschwerden können die Lebensqualität deutlich einschränken. Eine gezielte urologische Abklärung umfasst neben einer körperlichen Untersuchung (inklusive Tastbefund der Prostata) auch eine Ultraschalldiagnostik, eine Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) sowie eine Bestimmung des PSA-Wertes im Blut.

      therapie

      Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem subjektiven Leidensdruck des Patienten. In leichten Fällen kann zunächst eine beobachtende Haltung („Watchful Waiting“) sinnvoll sein. Bei mäßigen Beschwerden kommen medikamentöse Therapien zum Einsatz: Alphablocker verbessern den Harnfluss durch Entspannung der Prostatamuskulatur, während 5-Alpha-Reduktasehemmer das Prostatavolumen über längere Zeit reduzieren können. Auch pflanzliche Präparate (Phytotherapie) finden gelegentlich Anwendung, vor allem bei milden Symptomen.

        Bei ausgeprägten Beschwerden oder wenn Komplikationen wie Harnverhalt, wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Nierenschäden drohen, wird eine operative Behandlung empfohlen. Die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) gilt dabei nach wie vor als Goldstandard. Moderne, schonendere Verfahren wie Laserverfahren (z. B. HoLEP), Wasserdampfablation (Rezum) oder Aquablation stehen mittlerweile ebenfalls zur Verfügung und bieten individuelle, maßgeschneiderte Lösungen – häufig auch ambulant durchführbar.

        Prognose und Ausblick

        Die gutartige Prostatavergrößerung ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann aber unbehandelt zu verschiedenen Komplikationen führen. Dazu zählen akuter Harnverhalt, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Blasensteinbildung, Blut im Urin (Makrohämaturie) sowie eine Schädigung der oberen Harnwege bis hin zu einer Nierenfunktionsstörung. Besonders relevant ist die schleichende Schwächung der Blasenmuskulatur durch chronische Überdehnung und Restharnbildung – was im fortgeschrittenen Stadium zu einer sogenannten „Detrusorinsuffizienz“ führen kann, also einer dauerhaft gestörten Blasenentleerung. Durch die Vielzahl an heutigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten lässt sich in den meisten Fällen eine nachhaltige Linderung der Beschwerden erzielen, das Fortschreiten der Erkrankung verhindern und die Lebensqualität deutlich verbessern. Eine frühzeitige urologische Abklärung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und individuell passende Behandlungsstrategien zu finden.

        Fokus

        Ambulante und stationäre Operationen

        langjährige erfahrung

        Operative Kompetenz

        Ambulante operationen

        In unserer urologischen Praxis bieten wir verschiedene ambulante Operationen an, die unter örtlicher Betäubung oder in Kurznarkose durchgeführt werden. Dazu zählen die Vasektomie (operative Durchtrennung der Samenleiter zur dauerhaften Empfängnisverhütung) sowie die Refertilisation, bei der die Samenleiter mikrochirurgisch wieder verbunden werden, um die Fruchtbarkeit wiederherzustellen. Außerdem führen wir Zirkumzisionen (Beschneidungen) aus medizinischen oder persönlichen Gründen durch. Bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen wie überaktiver Blase setzen wir Botoxinjektionen in die Harnblase ein, um die Muskulatur gezielt zu entspannen und die Beschwerden deutlich zu lindern. Das gesamte ambulante operative Spektrum wird im Ambulanten OP-Zentrum Alzey durchgeführt.

        stationäre Operationen

        Prof. Dr. med. Luis Kluth verfügt über eine langjährige operative Erfahrung in der offenen, minimal-invasiven und insbesondere robotisch-assistierten Chirurgie mit dem DaVinci-System. Seine umfangreiche operative Ausbildung absolvierte er unter anderem an den Universitätskliniken in Hamburg und Frankfurt am Main, wo er zahlreiche komplexe urologische Eingriffe durchgeführt hat – vor allem bei Tumorerkrankungen der Prostata, Blase und Niere.

        Darüber hinaus ist Prof. Kluth hervorragend vernetzt – sowohl in der Region Rhein-Main-Neckar, als auch deutschlandweit und auf internationaler Ebene. Dadurch ist er in der Lage, für jede Operation das geeignete Zentrum zu empfehlen – stets mit Blick auf die bestmögliche Versorgung, kurze Wartezeiten und den direkten Zugang zu hochspezialisierten Teams. Auch wenn er selbst heute nur noch ausgewählte Eingriffe als Consultant begleitet, bleibt er eine zentrale Anlaufstelle – insbesondere für Patienten, die eine Zweitmeinung bei geplanten Operationen wünschen. Durch seine langjährige operative Tätigkeit kann er realistisch über Erfolgsaussichten, mögliche Risiken und alternative Behandlungswege aufklären. Zusätzlich besteht ein enger fachlicher Austausch, etwa mit den Tumorboards der Universitätsklinik Frankfurt, wo Prof. Kluth bis heute eng eingebunden ist und Patienten im Bedarfsfall persönlich einbringen kann. All das macht ihn zu einem kompetenten und unabhängigen Lotsen im oft unübersichtlichen Versorgungssystem – mit dem Ziel, gemeinsam mit dem Patienten den besten Weg zu finden.

        Fokus

        Prävention und Lifestyle

        kleine schritte - große wirkung

        Vorbeugen statt Nachsorgen

        Die Prävention spielt in der Urologie eine zentrale Rolle – nicht nur, wenn es um die Früherkennung von Krebserkrankungen wie Prostata-, Blasen- oder Nierenkrebs geht, sondern auch bei funktionellen Beschwerden wie Problemen beim Wasserlassen oder der erektilen Funktion. Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich langsam und bleiben oft lange unbemerkt, bis sie im Alltag zu spürbaren Einschränkungen führen. Umso wichtiger ist es, urologische Risiken frühzeitig zu identifizieren, bevor Komplikationen entstehen.

        Ein entscheidender Schritt ist die regelmäßige Teilnahme an urologischen Vorsorgeuntersuchungen. Dazu gehört insbesondere die Krebsfrüherkennung – etwa mittels digital-rektaler Tastuntersuchung, PSA-Wert-Bestimmung und Ultraschalluntersuchung der Prostata. Eine urologische Komplettvorsorge bietet zudem die Möglichkeit, auch funktionelle Störungen wie Harnflussprobleme oder beginnende erektile Dysfunktion rechtzeitig zu erkennen. Je früher Veränderungen entdeckt werden, desto gezielter lässt sich eingreifen – durch medikamentöse Therapie, konservative Maßnahmen oder operative Optionen.

        gesunder Lebensstil

        Neben der klassischen medizinischen Vorsorge gewinnt die Prävention durch Lebensstil immer mehr an Bedeutung. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen den Einfluss von Ernährung, Bewegung, Gewichtskontrolle, Stressbewältigung und Rauchverzicht auf die Entstehung und den Verlauf urologischer Erkrankungen. Ein gesunder Lebensstil kann nicht nur das Risiko für Prostatakrebs deutlich senken, sondern auch funktionelle Beschwerden wie Harninkontinenz oder erektile Dysfunktion verbessern.

        Bewegung zählt dabei zu den wichtigsten Schutzfaktoren: Mindestens 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren) senken laut Studien das Risiko für Prostatakarzinom um bis zu 35 %. Auch Krafttraining trägt zum Erhalt der Beckenboden- und Gefäßfunktion bei – entscheidend sowohl bei Harnproblemen als auch bei Erektionsstörungen.

        Die Ernährung hat ebenfalls einen direkten Einfluss auf die urologische Gesundheit. Besonders gut untersucht ist der schützende Effekt von Lycopin, einem sekundären Pflanzenstoff, der in hoher Konzentration in Tomaten vorkommt. Regelmäßiger Tomatenkonsum (insbesondere in gegarter Form wie Tomatensoße) kann das Risiko für Prostatakrebs signifikant senken. Auch Kurkuma (Curcumin) zeigt in präklinischen Studien entzündungshemmende und wachstumshemmende Effekte bei Prostatazellen. Ebenso gelten grüner Tee, Brokkoli, Granatapfel, Leinsamen, Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch, sowie eine pflanzenbasierte Ernährung insgesamt als potenziell schützend. Der übermäßige Konsum von rotem Fleisch, verarbeiteten Fleischprodukten, Zucker und gesättigten Fetten hingegen sollte reduziert werden.

        Zusätzlich unterstützt Stressreduktion durch Achtsamkeit, Yoga, Meditation oder regelmäßige Entspannungszeiten nicht nur die mentale Gesundheit, sondern wirkt sich nachweislich positiv auf Hormonhaushalt, Blutdruck und Libido aus – zentrale Faktoren für eine stabile urologische Funktion.

        Wichtig ist: Prävention beginnt im Alltag. Schon kleine Veränderungen wie ein täglicher Spaziergang, eine Gemüsemahlzeit pro Tag oder der Austausch des Steaks gegen eine Linsensuppe können langfristig große Wirkungen entfalten. Für Männer mit familiärer Vorbelastung oder bestehenden Vorerkrankungen sind diese Maßnahmen umso relevanter.

        positiv beeinflussen

        Doch auch wenn eine urologische Erkrankung oder Krebserkrankung bereits besteht, bleibt der Lebensstil ein entscheidender Einflussfaktor auf den weiteren Verlauf. Studien zeigen: körperlich aktive Patienten nach Prostatakrebsdiagnose haben nicht nur bessere funktionelle Ergebnisse (z. B. bei Inkontinenz oder Erektionsstörungen), sondern auch eine signifikant bessere Überlebensrate. Ebenso kann eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung bei bereits bestehendem Prostatakarzinom das Fortschreiten verlangsamen. Der Verzicht auf Nikotin verbessert die Durchblutung – essenziell für die Regeneration nach Operation oder Bestrahlung. Auch gezieltes Beckenbodentraining, Stressbewältigung und gute Schlafhygiene wirken unterstützend und verbessern die Lebensqualität.

        Die urologische Prävention vereint medizinische Früherkennung mit ganzheitlichen Lebensstilmaßnahmen. Wer früh vorsorgt und gesund lebt, kann vielen Erkrankungen vorbeugen – oder, wenn sie bereits bestehen, ihren Verlauf günstig beeinflussen. Die Kombination aus regelmäßiger ärztlicher Kontrolle und aktiver Mitgestaltung durch Ernährung, Bewegung und Selbstfürsorge ist der Schlüssel zu langfristiger Gesundheit, Funktionserhalt und Lebensqualität.