evidenzbasiert

Zusatzleistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen

IGeL was bedeutet das?

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind medizinische Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Das bedeutet: Obwohl sie medizinisch sinnvoll und fachlich empfohlen sein können, müssen sie von gesetzlich Versicherten selbst bezahlt werden.
Private Krankenkassen übernehmen diese Leistungen in der Regel vollständig.

Krebsvorsorge – Mehr als nur „Abtasten“

Die gesetzlich finanzierte Vorsorge für Männer ab 45 Jahren umfasst derzeit lediglich:

  • Eine rektale Tastuntersuchung der Prostata
  • Abtasten der äußeren Genitalien
  • Abtasten der Leistenlymphknoten
  • Ein kurzes Beratungsgespräch

    Diese Leistungen gelten jedoch seit Jahren als nicht ausreichend. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) sowie internationale Leitlinien empfehlen stattdessen ein modernes, mehrstufiges Vorsorgeprogramm, das individuell auf das Risikoprofil abgestimmt ist.

    Empfohlene Zusatzleistungen:

    • PSA-Test:
      Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens im Blut

    • Hochauflösender Ultraschall (TRUS):
      Prostata, Harnblase, Nieren

    • MRT der Prostata:
      bei Verdachtsmomenten oder erhöhtem PSA

    • Früherkennungsuntersuchung ab 40 Jahren:
      bei familiärer Vorbelastung

    Warum werden diese leistungen nicht erstattet?

    Die Kritik an IGeL-Leistungen basiert oft auf pauschalen Bewertungen – so geschehen im sogenannten IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes. Fachgesellschaften wie die DGU bemängeln, dass hier veraltete Daten verwendet werden und differenzierte Bewertungen fehlen.
    Obwohl der PSA-Test nachweislich zur Früherkennung von Prostatakrebs beiträgt, ist er aktuell keine Kassenleistung zur Vorsorge, sondern nur im Krankheitsfall (z. B. bei Verdacht oder Verlaufskontrolle).

    Aktuelle wissenschaftliche Daten zeigen:

    • Laut der EUROPA- und ERSPC-Studien kann regelmäßiges PSA-Screening das Sterberisiko an Prostatakrebs um 25–32 % senken.

    • Prostatakrebs ist mit rund 65.800 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste bösartige Tumor des Mannes in Deutschland.

    • Jährlich versterben mehr als 15.000 Männer an Prostatakrebs – häufig aufgrund zu später Diagnosen.

    Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert daher ein organisiertes, risikoadaptiertes Vorsorgeprogramm, wie es viele europäische Länder (z. B. Schweden) bereits eingeführt haben.
    Bis zur Umsetzung bleibt der PSA-Test eine Selbstzahlerleistung – trotz der klaren Empfehlung in der aktuellen S3-Leitlinie.

    was übernimmt Ihre kasse?

    Die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommene urologische Krebsvorsorge umfasst ausschließlich die Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs (digitale rektale Untersuchung, DRU). Männer haben ab 45 Jahren Anspruch auf diese Untersuchung, und zwar einmal jährlich. Eine frühere oder häufigere Durchführung ist möglich, wird jedoch nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt und muss daher privat übernommen werden.
    Andere urologische Krebsarten – wie Blasen-, Nieren-, Hoden- oder Peniskrebs – werden in dieser Basisuntersuchung nicht systematisch erfasst. Für diese Erkrankungen gibt es derzeit keine routinemäßigen, gesetzlich finanzierten Screening-Programme beim Urologen.

    Leistung Gesetzlich Privat
    Rektale Tastuntersuchung
    PSA-Test

    Ultraschall

    • Prostata
    • Blase
    • Nieren
    • Hoden

    Für wen sind IGeL Leistungen sinnvoll

    Die Vorsorge über IGeL-Leistungen wird insbesondere empfohlen für:

    • Männer ab 45 Jahren – unabhängig von Symptomen

    • Männer ab 40 Jahren mit familiärer Belastung (z. B. Vater oder Bruder mit Prostatakrebs)

    • Patienten, die präzise Diagnostik durch moderne Bildgebung wünschen

    • Patienten, die die Vorsorge auch auf andere häufige Tumorarten erweitern möchten

    Durch frühe, moderne Vorsorge lassen sich unnötige Komplikationen vermeiden und möglichst schonende Therapien ermöglichen.

    evidenzbasiert, transparent, individuell

    Unser Anspruch: Wir bieten ausschließlich Leistungen an, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und von medizinischen Fachgesellschaften eindeutig empfohlen werden.
    Ob Früherkennung, Diagnostik oder individuelle Beratung – bei uns steht Ihre Gesundheit im Mittelpunkt.

    Profitieren Sie von der langjährigen Erfahrung, fundierten Diagnostik und individuellen Beratung unseres Teams.

    Optionen

    In der folgenden Broschüre sind alle bei uns verfügbaren individuellen Gesundheitsleistungen zusammen gefasst. Nach Ihrem persönlichen Anspruch können Sie sich die Leistungen einzeln auswählen. Wir besprechen gerne Ihre Optionen und beraten Sie zur individuellen Situation.  Neben den Wahlleistungen zur Krebsvorsorge können Sie auch optional Einzelleistungen wie zum Beispiel die Bestimmung von Hormonwerten zur Fertilitätsabklärung wählen.

    Unser Anliegen

    In unserer urologischen Praxis stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt. Mit Erfahrung, Empathie und fachlicher Kompetenz sorgen wir dafür, dass Sie sich verstanden, gut beraten und bestmöglich behandelt fühlen. Zusätzliche Untersuchungen empfehlen wir niemals aus wirtschaftlichen Gründen, sondern nur dann, wenn sie medizinisch sinnvoll, wissenschaftlich fundiert und für Ihren individuellen Fall wirklich hilfreich sind. Für eine transparente und ehrliche Medizin, auf die Sie sich verlassen können.

    individuell für sie

    Weitere Leistungen

    Zur vollumfassenden Diagnostik verschiedener urologischer Krankheitsbilder und Therapieoptionen bieten wir weiterhin folgende Leistungen an. Diese Untersuchungen werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, können jedoch jederzeit als Selbstzahlerleistungen (IGeL) in Anspruch genommen werden. Private Krankenkassen erstatten die meisten dieser Leistungen ganz oder teilweise.

    männergesundheit

    Eine umfassende Beurteilung des männlichen Hormonhaushalts zur Abklärung von Leistungsabfall, Erschöpfung, Libidoverlust, Gewichtszunahme oder allgemeinen Gesundheitsfragen:

    • Gesamttestosteron

    • Freies Testosteron (berechnet)

    • SHBG (Sexual Hormone Binding Globulin)

    • Östradiol (Östrogen)

    • DHEA-S

    • FSH

    • LH

    • Prolaktin

    • Cortisol

    • Vitamin D

    • PSA (optional zur Prostatavorsorge)

    • Stoffwechselparameter (optional): HbA1c, Lipidprofil

    kinderwunschdiagnostik

    • Spermiogramm (nach WHO-Standard)

      • Spermienkonzentration

      • Gesamtanzahl

      • Motilität (Beweglichkeit)

      • Morphologie (Form)

      • Volumen, pH, Viskosität

    • Hormonwerte zur Fertilitätsdiagnostik

      • FSH

      • LH

      • Testosteron

      • Prolaktin

      • SHBG

      • Inhibin B (optional)

    Blasenkrebsfrüherkennung

    Vorsorgeuntersuchungen für Risikopatienten wie Raucher oder Personen mit chronischen Blasenreizungen:

    • NMP22 Urintest

    • Urinzytologie (optional)

    • Urinstatus + Sediment

    • Ultraschall der Harnblase

    Hodenkrebs/ -gesundheit

    Zur Abklärung von Beschwerden, Knoten oder Risikofaktoren:

    • Ultraschall der Hoden

    • Prüfung der Hoden-Durchblutung (Doppler-Ultraschall)

    • Beratung zu Selbstuntersuchung und Risikofaktoren

    • ggf. Tumormarker (privat abrechenbar):

      • AFP

      • β-HCG

      • LDH

    Erektile Dysfunktion

    • Beratung & Diagnostik

    • Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)

    • Testinjektion in der Praxis

    • Hormonanalytik (Testosteron, SHBG, Prolaktin etc.)

    • Ultraschall der Penisgefäße (optional)

    vasektomie

    • Aufklärung und Beratung
    • Operativer Eingriff (no-scalpel-Technik möglich)
    • Nachkontrollen
    • Spermiogramme zur Erfolgskontrolle

    Darmkrebsvorsorge

    Nicht-invasiver Stuhltest zur Früherkennung von okkultem (nicht sichtbarem) Blut im Stuhl. Wird ab einem Alter von 50 Jahren für Frauen und Männer von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Vorher handelt sich um eine Selbstzahlerleistung

    • iFOBT (immunologischer fäkaler Okkultbluttest)
    • Risikoabschätzung, Beratung und ggf. Empfehlung zur Koloskopie